Im Rahmen der Analyse der doppelten Wesentlichkeit erkennt die FKB den Klimawandel als bedeutenden finanziellen Risikofaktor an, der die Qualität ihrer Vermögenswerte, die Kontinuität ihrer Geschäftstätigkeit und ihre Marktposition beeinflussen kann. In Übereinstimmung mit den Anforderungen der FINMA zum Einbezug von Klima- und Umweltrisiken sowie den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) berücksichtigt die FKB Klimarisiken zunehmend in ihrem Gesamtrisikomanagement.

Die Governance der Klimarisiken ist in die bestehenden Risikomanagementstrukturen eingebettet, unter Einbezug der Leitungs- und Aufsichtsorgane, das heisst der Generaldirektion und des Verwaltungsrates. Klimarisiken stellen übergreifende Einflussfaktoren dar, die vor allem Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken betreffen können.

Identifikation von Klimarisiken

Die FKB führt eine Risikoanalyse gemäss den Empfehlungen des FINMA-Rundschreibens 2026/1 «Naturbezogene Finanzrisiken» sowie den Empfehlungen der TCFD durch und unterscheidet dabei zwischen physischen Risiken, die mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels zusammenhängen, und Transitionsrisiken, die sich aus den regulatorischen, technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ergeben. Die Analyse konzentriert sich vorrangig auf die Liquiditätsrisiken und die für die Bank bedeutendsten Expositionen, insbesondere Hypothekarkredite, Firmenkredite, Marktportfolios und interne Geschäfte. Der Fokus des Risikomanagements liegt aktuell auf klimabezogenen Risiken. Die Auswirkungen der Bank auf weitere Umweltindikatoren werden ebenfalls bewertet. Diese Indikatoren werden schrittweise in das Risikomanagement integriert.

Die Risiken werden ursachenbasiert in mehrere Kategorien eingeteilt:

  • Risiken im Zusammenhang mit Hypothekarkrediten;
  • Risiken im Zusammenhang mit Firmenkrediten;
  • Marktrisiken;
  • Liquiditätsrisiken;
  • Operationelle Risiken.

Langfristig strebt die FKB ein umfassendes Management der klimabezogenen Risiken und sonstigen umweltbezogenen Indikatoren an. Derzeit steuert sie die als besonders wesentlich erachteten Klimarisiken durch eine quantitative Risikoanalyse und die Umsetzung von Massnahmen zur Begrenzung der Risiken und deren Auswirkungen.

Risiken im Zusammenhang mit Hypothekarkrediten

Risiken im Zusammenhang mit Hypothekarkrediten

Das Hypothekarkreditportfolio macht einen wesentlichen Teil der Aktiven der Bilanz der FKB aus. Klimabedingte physische Risiken können den Wert der finanzierten Immobilien beeinflussen, insbesondere infolge der zunehmenden Häufigkeit und Intensität extremer Klimaereignisse wie Überschwemmungen, intensive Niederschläge, Rutschungen oder Hitzewellen.

Im Kanton Freiburg können sich bestimmte Immobilien in Gebieten befinden, die Naturgefahren ausgesetzt sind, was zu Sachschäden, einem Wertverlust der Sicherheiten und im Falle eines Zahlungsausfalls zu einem Anstieg der potenziellen Verluste für die Bank führen kann.

Die mit Hypothekarkrediten verbundenen Transitionsrisiken ergeben sich hauptsächlich aus der Entwicklung der regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienz, der Baunormen und der Erwartungen des Immobilienmarktes. Gebäude mit geringer Energieeffizienz oder solche, die künftigen Standards nicht entsprechen, könnten an Wert verlieren oder erhebliche Investitionen in die Sanierung erfordern.
Diese Entwicklungen können sich auf die Bonität der Kreditnehmenden und den Wert der hypothekarischen Sicherheiten auswirken.

Risikoanalyse

Gemäss den Anforderungen der FINMA führt die FKB jährlich eine Bewertung der physischen Risiken durch, insbesondere der Naturgefahren, die sich auf die Immobilien in ihrem Hypothekarkreditportfolio auswirken können. Dabei werden die folgenden Naturgefahren bewertet:

  • Überschwemmungen: Starke Niederschläge können dazu führen, dass Fliessgewässer wie Seen, Bäche und Flüsse über die Ufer treten. Aufgrund der hohen Baudichte in Ufernähe verursachen Überschwemmungen in der Schweiz unter allen Naturgefahren die grössten Schäden.
  • Murgänge: Ein Murgang ist eine spezielle Form einer Rutschung und bezeichnet einen Strom aus Wasser, Erde und Geröll mit einem hohen Wasseranteil.
  • Rutschung: Rutschungen sind Materialbewegungen an Hängen, die bereits bei geringerer Wassermenge ausgelöst werden als Schlammlawinen und Murgänge. Instabile Hänge können spontan oder dauerhaft und regelmässig über einen längeren Zeitraum abrutschen.
  • Stürze: Unter Stürzen versteht man des Herabfallen von Steinen, Felsen und Felsblöcken. Bei einem Steinschlag lösen sich einzelne Steine oder grosse Blöcke unerwartet aus dem Felsen. Stein- und Blockschlag bezeichnen grössere Felsstürze, die häufig von vorausgehendem Steinschlag angekündigt werden.
  • Schlammmure: Eine Schlammmure ist ein Gemisch aus Schlamm, Wasser, Steinen, Geröll und Holz, das abfliesst. Ein solcher schlammhaltiger Murgang bildet sich oft im Bett eines bestehenden Baches. Schlammhaltige Murgänge haben aufgrund ihrer hohen Dichte und ihrer hohen Fliessgeschwindigkeit (bis zu 60 km/h) eine grosse Zerstörungskraft.
  • Lawinen: Eine Lawine ist ein schneller Schneerutsch an einem Hang. Lawinen können spontan entstehen oder durch externe Faktoren wie Menschen, Tiere oder Erdbeben ausgelöst werden. Sie bestehen hauptsächlich aus lockerem Schnee und Luft und können Eis, Felsen und Bäume mitreissen.
  • Oberflächenabfluss: Oberflächenabfluss entsteht, wenn Regenwasser, Schmelzwasser oder Wasser aus anderen Quellen nicht schnell genug in den Boden versickern kann.
  • Sturm: Ein Sturm kann erhebliche Kräfte auf Gebäude ausüben, unabhängig davon, wo in der Schweiz sie sich befinden. Insbesondere Winterstürme verursachen erhebliche Schäden an Immobilien.
  • Hagel: Hagel bezeichnet Niederschlag in Form von Eisklumpen oder Eisbrocken. Hagel kann Schäden an Gebäuden verursachen, insbesondere an Dächern, Solaranlagen, Storen und Fassaden.
  • Erdbeben: Unter Erdbeben versteht man die Erschütterung der Erdkruste aufgrund der Verschiebung tektonischer Platten. Die fünf Gefahrenklassen entsprechen den Erdbebengebieten, die in der SIA-Norm 261:2020 «Einwirkungen auf Tragwerke» definiert sind.
  • Radon: Radon ist ein im Boden entstehendes natürliches, farbloses und geruchloses radioaktives Gas. In Gebäuden mit nicht ausreichend abgedichteten Bodenplatten stellt Radon ein Gesundheitsrisiko für die Bewohnerinnen und Bewohner dar. Die Radonexposition wird anhand der Wahrscheinlichkeit (in %) geschätzt, dass der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) überschritten wird.

Diese Risiken werden nach ihrer Relevanz auf einer Skala von 1 bis 5 eingestuft, und zwar wie folgt:

  1. keine Gefahr oder ausserhalb vom Siedlungsraum gelegene Gebiete;
  2. Restgefahr;
  3. geringe Gefahr;
  4. mittlere Gefahr;
  5. grosse Gefahr.

Die Analyse der Naturgefahren, denen die von der Bank finanzierten Immobilien ausgesetzt sind, zeigt insgesamt ein günstiges Bild. Die Einstufung auf einer Skala von 1 bis 5 ermöglicht, die Exposition des Portfolios gegenüber den grössten Naturgefahren zu bewerten. Die Ergebnisse sind überaus erfreulich, da die Messwerte je nach bewerteter Naturgefahr auf dem Niveau der Schweizer Benchmark oder darunter liegen. Das bedeutet, dass sich die von der Bank finanzierten Immobilien im Vergleich zum nationalen Durchschnitt seltener in Gebieten befinden, die Naturereignissen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Hagel und Radon ausgesetzt sind. Diese relative Unterexposition deutet auf ein im Vergleich zum Landesdurchschnitt geringeres Risiko hin, das jedoch gesteuert werden muss.

Übersicht der Durchschnittswerte nach Gefahrenkategorie des Hypothekarportfolios der FKB per 31.12.2025

Gefahr Portfolio Benchmark (CH)
Erdbeben 2,3 2,4
Lawinen 1,0 1,0
Rutschung 1,1 1,1
Schlammmuren 1,0 1,0
Überschwemmungen 1,3 1,5
Murgänge 1,0 1,0
Stürze 1,0 1,0
Sturm 2,0 2,0
Hagel 4,2 4,3
Radon 2,0 2,2
Oberflächenabfluss 3,1 3,1

Quelle: Bericht von Wüest Partner über Naturgefahren

Bewertung des Risikos im Zusammenhang mit dem Hypothekarportfolio

Die FKB bewertet die Transitionsrisiken im Zusammenhang mit dem Hypothekarportfolio, indem sie Kennzahlen zur Effizienz der Gebäudehülle, zur Gesamtenergieeffizienz sowie zu den direkten CO2-Emissionen der Immobilien von A bis G gemäss der Skala des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) quantifiziert. Diese Kennzahlen werden anschliessend mit den durch Hypotheken gedeckten Werten in Beziehung gesetzt, um den Risikowert zu ermitteln.

Aktuell sind rund 62% der Gebäude im Hypothekarportfolio bei den direkten CO2-Emissionen der Klasse A zugeordnet. Die Kategorie G, die mit fossilen Energieträgern beheizte Gebäude umfasst, macht 28% des Hypothekarportfolios aus.

Ein Teil des Immobilienbestandes weist eine Gebäudehülle mit einer Energieeffizienz der Kategorien F oder G auf. Diese Objekte verfügen über Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Energieeffizienz. Ihr Wert könnte sich je nach künftigen regulatorischen Anforderungen oder Markterwartungen anders entwickeln als der von energieeffizienteren Objekten. Dieser wichtige Aspekt ist in die Analyse der Transitionsrisiken der Bank einzubeziehen.

Aufteilung der Immobilien der FKB nach Energieeffizienzklassen

Quelle: Bericht Wüest Partner (Stand: 31.12.2025)

Risikomanagement

Im Kanton Freiburg ist eine Gebäudeversicherung obligatorisch und deckt derzeit Schäden ab, die durch Feuer und Naturgewalten (z. B. Überschwemmungen) verursacht werden. Das mit solchen Schadenfällen verbundene Ausfallrisiko kann daher im Hinblick auf das Hypothekarportfolio der Bank als gering eingestuft werden. Langfristige Klimaprognosen deuten jedoch darauf hin, dass Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse wahrscheinlich zunehmen werden. Diese Entwicklung könnte zu höheren Versicherungsprämien und Selbstbehalten, strengeren Deckungsbedingungen oder Einschränkungen bei bestimmten Schadenarten führen, mit indirekten Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Hypothekarkreditnehmenden.

Die Risiken für die FKB ergeben sich somit hauptsächlich aus einem potenziellen Ungleichgewicht zwischen den Leistungen der Gebäudeversicherungen und den Kosten, die den Kundinnen und Kunden im Schadenfall entstehen, insbesondere bei Kreditnehmenden mit begrenzter Rückzahlungsfähigkeit und/oder hohen Kreditbeträgen.

Insgesamt weist das Hypothekarportfolio der FKB derzeit eine begrenzte Exposition gegenüber akuten physischen Risiken auf. Die Bewertung der Lage der Immobilien, die geografische Diversifikation des Portfolios, die Anforderung angemessener Versicherungsdeckungen sowie die regelmässige Überwachung der Sicherheiten zählen zu den wichtigsten Schadenminderungsmassnahmen. Die Bank entwickelt schrittweise Instrumente, die eine bessere Berücksichtigung physischer Klimarisiken bei der Bewertung von Immobilien ermöglichen.

Zur Begrenzung der Transitionsrisiken integriert die FKB schrittweise Kriterien zur Energieeffizienz von Gebäuden in ihre Kreditanalyse und sensibilisiert ihre Beraterinnen und Berater für klimabezogene Themen. Sie bietet Finanzierungslösungen zur Unterstützung energetischer Sanierungen und nachhaltiger Bauprojekte an. Diese Massnahmen tragen zur Reduktion der Transitionsrisiken bei und unterstützen den langfristigen Werterhalt des Hypothekarportfolios.

Risiken im Zusammenhang mit Firmenkrediten

Firmenkunden der FKB können physischen Risiken des Klimawandels ausgesetzt sein, insbesondere in sensiblen Sektoren wie Landwirtschaft, Industrie, Tourismus oder Energiewirtschaft. Extreme Klimaereignisse, Ressourcenknappheit oder Unterbrüche in den Lieferketten können ihre Geschäftstätigkeit, ihre Rentabilität sowie ihre Rückzahlungsfähigkeit beeinträchtigen.

Die Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Firmenkrediten ergeben sich aus regulatorischen, technologischen oder marktbezogenen Veränderungen, die mit dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft einhergehen. Regulatorische Entwicklungen im Zusammenhang mit der Anpassung an den Klimawandel können die Rückzahlungsfähigkeit der Kundinnen und Kunden der FKB beeinträchtigen, insbesondere aufgrund der damit verbundenen zusätzlichen Anpassungskosten. Diese Kosten können sich auf die Bonität der Kreditnehmenden auswirken, zu einem erhöhten Ausfallrisiko führen und in bestimmten Fällen eine Wertminderung der finanzierten Immobilien bewirken.

Darüber hinaus können der Klimawandel und der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft direkte Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Kreditnehmenden haben, insbesondere durch Einkommensverluste, Veränderungen im Verbraucherverhalten, steigende Ressourcenkosten oder verschärfte regulatorische Auflagen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen.

Risikoanalyse

Physische Risiken werden derzeit qualitativ und nach Sektoren analysiert. Eine quantitative Analyse würde nicht nur eine Bewertung der direkten physischen Risiken umfassen, wie etwa bei den Immobilien von Hypothekarkrediten, sondern auch eine Analyse der Risiken in der Wertschöpfungskette, die beispielsweise zu einer Rückzahlungsunfähigkeit aufgrund eines Produktionsunterbruchs führen können. Vor diesem Hintergrund und um diesem Aspekt besser Rechnung zu tragen, laufen im Rahmen der Umsetzung des FINMA-Rundschreibens 2026/1 «Naturbezogene Finanzrisiken» Arbeiten zur schrittweisen und kohärenten Integration dieser Anforderungen in die Risikoanalyse.

Die Transitionsrisiken werden durch die Kombination der Kreditbeträge nach Sektor mit einer Schätzung des CO2-Ausstosses (in Tonnen CO2 pro Million Umsatz) des jeweiligen Sektors bewertet. Auf diese Weise können jene Sektoren identifiziert werden, in denen die vergebenen Kredite die höchsten CO2-Emissionen verursachen und damit die grössten Transitionsrisiken bergen.

Risikomanagement

Die FKB bezieht die Transitionsrisiken schrittweise in ihre Bewertung des Kreditrisikos ein, insbesondere durch Sektoranalysen. Sie unterstützt ihre Kundinnen und Kunden bei ihren Projekten für einen nachhaltigen Wandel und fördert die Finanzierung von Investitionen, die zu einer widerstandsfähigeren und klimafreundlicheren Wirtschaft beitragen.

Marktrisiken

Physische Risiken können sich auf den Wert der von der FKB gehaltenen finanziellen Vermögenswerte auswirken, wenn die Emittenten extremen Wetterereignissen oder verschlechterten Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Markttransitionsrisiken ergeben sich aus dem zunehmenden Einbezug klimabezogener Herausforderungen in die Bewertung finanzieller Vermögenswerte. Schnelle Preisänderungen wirken sich vor allem auf jene Sektoren und Unternehmen aus, deren Geschäftsmodelle nicht auf die Klimawende ausgerichtet sind.

Risikoanalyse

Auf Basis generischer Daten wurde eine Bewertung der durch die Anlageportfolios der Kundinnen und Kunden verursachten Treibhausgasemissionen durchgeführt. Anhand dieser Informationen lassen sich die CO2-intensivsten Portfolios identifizieren, die somit am stärksten Transitionsrisiken ausgesetzt sind.

Risikomanagement

Die Anlageentscheidung verbleibt bei den Kundinnen und Kunden. Die Beraterinnen und Berater der Bank können lediglich auf Risiken hinweisen. Derzeit werden Ausschlusskriterien im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf das Klima geprüft. Sie könnten bei Portfolios angewendet werden, die Kundinnen und Kunden angeboten werden, denen Klimathemen besonders wichtig sind. Die FKB verfolgt die Entwicklungen an den Märkten, bei den regulatorischen Vorgaben sowie bei den Erwartungen der Anlegerinnen und Anleger aufmerksam. Sie passt ihre Anlagestrategien schrittweise an, um physische Risiken und Transitionsrisiken zu begrenzen und die mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft verbundenen Chancen zu nutzen.

Liquiditätsrisiken

Die mit dem Klimawandel verbundenen physischen Risiken können die Finanzierungsbedingungen sowie das Liquiditätsmanagement schrittweise beeinflussen. Bestimmte Klimaereignisse, wie aussergewöhnliche Wetterereignisse oder regionale Störungen, können punktuell zu Spannungen an den Märkten führen oder das Anlageverhalten der Kundschaft verändern. Diese Situationen erfordern Anpassungsfähigkeit, um die Kontinuität der Geschäftstätigkeit zu gewährleisten und gegebenenfalls die Liquiditätsmanagementstrategien anzupassen. Sie machen zudem den Einbezug von Klimaszenarien in die Systeme zur Früherkennung und mittelfristigen Planung notwendig.

Gleichzeitig können die Transitionsrisiken, die mit den sich wandelnden regulatorischen Anforderungen und den Präferenzen der Anlegerinnen und Anleger im Bereich Nachhaltigkeit einhergehen, die Rahmenbedingungen für den Zugang zu Finanzierungen verändern. In einem Umfeld, in dem sich das Kapital vorrangig auf Emittenten mit einer soliden ESG-Performance verlagert, können Akteure, deren nichtfinanzielles Profil als weniger günstig eingestuft wird, mit einem schrittweisen Anstieg ihrer Refinanzierungskosten konfrontiert sein. Diese Dynamik kann zu einer Verschärfung der Marktbedingungen führen, insbesondere in Form höherer Margen, kürzerer Laufzeiten oder strengerer Zulassungskriterien der Darlehensgeber. Früher oder später können diese Entwicklungen zu zusätzlichem Druck auf das Liquiditätsmanagement führen, indem sie die Abhängigkeit von internen Ressourcen erhöhen oder die mittel- und langfristige Finanzplanung erschweren.

Risikoanalyse

Die Analyse der Liquiditätsrisiken basiert auf einer kontinuierlichen Bewertung der Fähigkeit der Bank, ihren finanziellen Verpflichtungen unter allen Umständen nachzukommen, auch in von klimatischen Einflüssen geprägten Marktumfeldern. Das Liquiditätsportfolio setzt sich überwiegend aus Wertpapieren mit niedrigem Risikoprofil zusammen, wie gedeckten Obligationen und Instrumenten des öffentlichen Sektors. Auf diese Weise wird das Risiko von signifikanten, durch Klimafaktoren bedingten Wertschwankungen begrenzt. Physische Risiken oder Transitionsrisiken, die sich auf die Finanzmärkte auswirken können, wie punktuelle Schwankungen an den Zins-, Devisen- oder Rohstoffmärkten, dürften kurz- oder mittelfristig kaum erhebliche Liquiditätsspannungen verursachen. Die Diversifikation der Finanzierungsquellen und die ausgewogene Fälligkeitsstruktur tragen ebenfalls zur Aufrechterhaltung eines hohen Resilienzniveaus bei.

Risikomanagement

Das Risikomanagement bezieht klimatische Aspekte – seien es physische Risiken oder Transitionsrisiken – systematisch in die Governance- und Überwachungsprozesse ein. Die Zusammensetzung des für Liquiditätszwecke gehaltenen Portfolios – mit Fokus auf hochwertige Instrumente – ermöglicht es, die Exposition gegenüber Bewertungen zu reduzieren, die durch veränderte Klimabedingungen beeinflusst werden. Die Bank verfügt zudem über eine diversifizierte Finanzierungsstruktur, was ihre Flexibilität erhöht und die potenziellen Auswirkungen von Klimarisiken auf die Refinanzierungsfähigkeit mindert.

Operationelle Risiken

Physische Risiken können die operative Tätigkeit der Bank beeinträchtigen, insbesondere im Falle von extremen Klimaereignissen mit Auswirkungen auf die Infrastruktur, die Niederlassungen oder die IT-Systeme. Sie werden derzeit als gering eingestuft.

Operationelle Transitionsrisiken stehen im Zusammenhang mit der Entwicklung regulatorischer Anforderungen, insbesondere im Bereich der Klimaberichterstattung, der Governance und der Transparenz, im Einklang mit den FINMA-Anforderungen und den Empfehlungen der TCFD.

Die FKB ist sich der Reputationsrisiken bewusst, die sich aus den steigenden Erwartungen der Anspruchsgruppen in Sachen Nachhaltigkeit ergeben können. Negative Wahrnehmungen im Zusammenhang mit bestimmten Finanzierungen oder Anlagen, Greenwashing-Vorwürfe (irreführende Informationen oder Erklärungen der Bank im Zusammenhang mit ihren Nachhaltigkeitsprinzipien) sowie eine allgemeinere Stigmatisierung des Finanzsektors können das Image und die Glaubwürdigkeit der Bank beeinträchtigen.

Risikoanalyse

Seit 2009 wird jährlich eine quantitative Analyse der Treibhausgasemissionen («CO2-Bilanz») durchgeführt. Diese Quantifizierung zeigt die wichtigsten Emissionsquellen auf und dient als Grundlage für die Ausarbeitung eines Aktionsplans. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Emissionen im Zusammenhang mit der operativen Tätigkeit innerhalb von 15 Jahren um 25% gesenkt wurden. Mit dem Aktionsplan sollen die Emissionen bis 2030 um weitere 30% reduziert werden, insbesondere durch den Ersatz der Gasheizung durch einen Anschluss an das Fernwärmenetz.

Risikomanagement

Die FKB stärkt schrittweise ihre internen Prozesse, ihre Informationssysteme und ihre Kompetenzen, um ein angemessenes Management der Klimarisiken sowie eine verlässliche Berichterstattung zu gewährleisten. Dies trägt zu einer besseren Einbindung der Klimathemen in die Strategie und die operative Tätigkeit der Bank bei.
Mit der Integration von Nachhaltigkeitszielen in ihre Unternehmensstrategie, ihr Geschäftsmodell und ihre Planungsprozesse unterstreicht die FKB ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung im Einklang mit ihrem Auftrag als Kantonalbank. Die Nachhaltigkeit ist ein Querschnittselement der strategischen Ziele und bestimmt wichtige geschäftspolitische Entscheidungen.

Die strategische Ausrichtung im Zusammenhang mit den Klimazielen beeinflusst insbesondere das Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, Anlageentscheidungen sowie die Erschliessung neuer Marktsegmente. Die systematische Bewertung dieser Entscheidungen anhand von Nachhaltigkeits- und Klimaverträglichkeitskriterien steht im Zentrum der Strategie und der Geschäftspolitik der FKB.